2015 / 19 März

Interview: Bei Blockupy zwischen den Fronten


Der SPD-Stadtverordnete Christian Heimpel war bei den Protesten als Demo-Beobachter vor Ort. Der Polizei-Einsatz wirkte auf ihn an einigen Stellen unkoordiniert, berichtet er im Interview.

Herr Heimpel, wie haben Sie den Mittwoch erlebt?
Es war ein anstrengender Tag mit vielen unschönen Szenen. Ich bin fassungslos über die Gewalt.

Konnten Sie Ihre Aufgabe als Demo-Beobachter problemlos wahrnehmen?
Ja. Wir wurden durch alle Absperrungen gelassen und konnten die Geschehnisse sehr gut dokumentieren.

Hatten Sie manchmal Angst um Ihre eigene Gesundheit?
In den Morgenstunden ging es schon sehr hoch her. Da gab es die eine oder andere brenzlige Situation. Wir sind mehrfach zwischen die Fronten geraten.

Gab es Verletzungen?
Keine ernsthaften. Der Kollege Matthias Münz von den Grünen hat ein Wurfgeschoss an die Hand bekommen und eine leichte Blessur erlitten. Und ich habe etwas Pfefferspray abbekommen.

Welchen Eindruck hatten Sie? Wie konnte es zu der Gewalt kommen?
Die Eskalation ging eindeutig von Blockupy aus. Beziehungsweise von Teilen von Blockupy. Inwiefern diese Randalierer zum Bündnis gehören, muss Blockupy selbst klären.

Wie bewerten Sie die Taktik der Polizei?
Am Morgen wirkte die Polizei auf mich unkoordiniert. Die Beamten waren überfordert. Später, bei den Demonstrationen, waren sie besser organisiert. Die Polizisten wirkten auch nicht gerade entspannt. Aber das ist ja auch nachvollziehbar.

Teile des Blockupy-Bündnisses sprachen am Mittwoch von Übergriffen seitens der Polizei. Haben Sie welche beobachtet?
Nein. Alles, was ich gesehen habe, hielt sich im Rahmen. Allerdings soll es in der Uhlandstraße hoch hergegangen sein. Da wurden ja die italienischen Demonstranten eingekesselt. Da waren wir Demo-Beobachter aber nicht dabei. Bis wir dort angekommen waren, hatte die Polizei ihren Einsatz schon beendet.

 

FR: Bei Blockupy zwischen den Fronten

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